(nach der hib-Meldung des Bundestages 157/2009 vom 27.05.2009)
Behinderte Eltern sollen ihren Kindern eine normale Alltags- und Freizeitgestaltung ermöglichen können und bei Bedarf eine Elternassistenz erhalten.
Dafür sprach sich der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages am 27. Mai 2009 aus und forderte eine klare gesetzliche Grundlage für entsprechende Hilfeleistungen.
Einstimmig beschlossen die Abgeordneten, die zugrunde liegende Eingabe
den Fraktionen des Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu geben und dem Bundesministerium
für Arbeit und Soziales sowie dem Ministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend zur Erwägung zu überweisen.
Damit soll sichergestellt werden, dass sowohl der Gesetzgeber als auch die
Bundesregierung das Anliegen überprüfen und nach Möglichkeiten der Abhilfe
suchen. Im konkreten Fall kritisiert die Petentin Imke
Paust es gäbe bislang
keine gesetzliche Verankerung für eine Elternassistenz zur Unterstützung behinderter
Eltern. Viele betroffene Eltern seien aufgrund ihrer Behinderung nicht in der
Lage, mit ihrem Kind alltägliche Unternehmungen wie beispielsweise Fahrradfahren
oder auf den Spielplatz gehen zu bewerkstelligen. Häufig würden viele Betroffene
daher das ihnen zustehende Pflegegeld für die Versorgung der Kinder verwenden
und aus Angst vor einer Wegnahme des Kindes den Weg zu den zuständigen Stellen
der Jugendhilfe meiden.
Der Petitionsausschuss stellt dazu fest, dass die bestehenden
gesetzlichen Regelungen nicht ausreichen, um bei Bedarf eine Elternassistenz
für behinderte
Eltern sicherzustellen. Diese Lücke müsse geschlossen werden, forderten die Ausschussmitglieder.
Sie sprachen sich zudem für effiziente Leistungen aus, die für die Betroffenen
unkompliziert erreichbar sein sollen.
Im Oktober 2008 hat die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen, -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder eine Entschließung zur Unterstützung des Rechtsanspruchs auf Elternassistenz verabschiedet.
Entschließung zur Unterstützung des Rechtsanspruchs auf Elternassistenz |
Abgeordnetenhaus Berlin, Kleine Anfrage: "Unterstützung für Eltern mit Behinderungen".
Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 16/10887 |
Presseerklärung des Netzwerks behinderter Frauen Berlin e.V. vom 17.06.2007
Elternassistenz: Hoffnungsvolle Signale aus dem Bundesland Berlin |
Der Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern (bbe e.V.) hat sich mit einem offenen Brief an Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen gewandt. "Frühhilfesystem statt Frühwarnsystem"
Rechtsgutachten "Staatliche Unterstützung behinderter Mütter und Väter bei der Erfüllung ihres Erziehungsauftrages" | |
Literaturverzeichnis zurm Rechtsgutachten |
| Berlin, 08.02.2006: Rechtsexpertise auf einer Pressekonferenz vorgestellt Presseerklärung "Unterstützung für behinderte Eltern gesetzlich klarstellen" |